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Spiele töten keine Menschen

Nach dem Amoklauf von Winnenden fordern CSU-Politiker Konsequenzen im Hinblick auf gewalthaltige Computerspiele. Der innenpolitische Sprecher der CDU/CSU-Fraktion im Bundestag, Hans-Peter Uhl, fordert klare Verbot und eine Umgestaltung der Altersfreigabestelle USK. (golem.de)

Wie nach jedem Amoklauf an einer Schule ist auch jetzt nach dem von Winnenden wieder einmal die Diskussion um mögliche Ursachen entbrannt. In den Medien profilieren sich Politiker, Experten und Möchtegernexperten und liefern dabei nichts neues. Wie auch schon nach früheren Amokläufen werden Computerspiele verteufelt und in kausalen Zusammenhang mit solchen Taten gebracht.

Aber besteht solch ein ursächlicher Zusammenhang überhaupt oder wird wie so oft einfach nur möglichst massenwirksam, a la Bild, gelabert? Moderne Medien wurden zu allen Zeiten verteufelt, das ist nichts neues.

In der aktuellen Diskussion werden wieder einmal solche schlimmen Ereignisse zu massenmedialen Events hochsterilisiert. So wird am Zusammenhang vorbeigeredet, selbst öffentlich-rechtliche Fernsehsender wie ARD und ZDF bieten in Sendungen wie z.B. Frontal 21 Bildzeitungsformat, Politiker präsentieren Computerspiele lediglich als Killerspiele, obwohl solche in Deutschland weder käuflich zu erwerben sind noch hergestellt werden dürfen. Hier wird Stimmungsmache betrieben, keine sachliche Diskussion. Gegen das anscheinend immer noch neue Medium “Computerspiel” besteht eine Abneigung, die sich aus Unverständnis und Unkenntnis nährt, und darüber hinaus diese weiter schürt.

Sind Computerspieler potentielle Mörder oder tickende Zeitbomben?

Wenn ich selber in der Zeit zurückschaue so begann es bei mir 1983. Mein neuer C-64 eignete sich schon damals um alle Arten von Spielen, auch und vor allem verbotene Spiele, zu spielen. Keine Frage, Spiele wie “Commando Lybia” (welches in Deutschland seit dem 26. Mai 1987 indiziert ist (BAnz. Nr. 40)) können durchaus als erste “Killerspiele” bezeichnet werden. Moderne Computerspiele, wie sie in Deutschland produziert und verkauft werden, als “Killerspiele” zu bezeichnen ist lächerlich.

Seit 1986 habe ich weder einen Amoklauf geplant, darüber nachgedacht oder bin trotz exessiven Spielens zum Massenmörder geworden. Eher das Gegenteil ist passiert, ich verabscheue Waffen, verabscheue Armeen, Intolleranz, und bin auch sonst ein wirklich netter Mensch.

Gut, sicherlich bin ich nur ein Spieler von vielen, der noch dazu durch seine Begeisterung für das Medium in die Computerspielebranche gegangen ist. Dennoch ist mein Beispiel eher exemplarisch für den typischen Spieler als der eines Amokläufers von Winnenden oder Erfurt. Denn die allermeisten Spieler von Computerspielen sind völlig normale Durchschnittsmenschen, die genausowenig in Wirklichkeit eine Waffe in die Hand nehmen möchten wie ich.

Gibt es Argumentationshilfen gegen diese Medienhetze?

Ja. Wie immer ist hier meiner Meinung nach die Gamestar Redaktion ganz vorne, die sehr gut recherchierte Fakten rund um dies Thema bietet, die sehr hilfreich bei Diskussionen sind. Fakten sollten bei Argumentationen doch immer noch mehr Relevanz bieten als unfundierte Meinungen, die leider häufig in Massenmedien geboten werden.

Weitere Diskussionen zu diesem Thema würde ich gerne in meinem Forum weiterführen.

Diskussionsthread:

http://firstbug.dreamhosters.com/index.php?topic=352.0

Ergänzungen:

Gestern wurde ein tagesschau-Chat mit Thüringens Innenminister Gasser geführt, in diesem Zusammenhang wurden leider vom Innenminister einige Unwahrheiten/Unklarheiten gesäußert. Dies kann aber aufgrund der Unkenntniss der Materie glaube ich soweit entschuldigt werden.

Innenminister Gasser nannte in diesem Chat 3 Beispiele 2 Beispiele, für sogenannte Killerspiele. Bei diesen drei Spielen sind einige Unklarheiten zu bemängeln.

Castle Wolfenstein

Hierbei handelt es sich um ein seit 16  Jahren (Amtsgericht in München am 25. Januar 1994) in Deutschland verbotenes Spiel, welches wohl auf Grund des Alters, auf  den Rechnern der Amok Läufer  nicht vorhanden gewesen seien kann. Castle Wolfenstein wurde 5. Mai 1992 veröffentlicht, der erste größere Amoklauf wahr aber 1999. Auc

Die PC-Version Wolfenstein 3D wurde durch das Amtsgericht in München am 25. Januar 1994, also zwei Jahre nach Erscheinungsdatum, bundesweit beschlagnahmt (Az. 2 Gs 167/94). Der Privatbesitz ist zwar erlaubt, Vertrieb und Verbreitung in Deutschland sind aber in jedem Fall verboten.

Die Beschlagnahmung wurde damit begründet, das Spiel verstoße gegen § 86a des Strafgesetzbuches (Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen). Im Spiel tauchen Nazi-Symbole wie Hakenkreuzfahnen und Bilder von Adolf Hitler auf. Als Titelmelodie ertönt das nationalsozialistische Horst-Wessel-Lied.

Mit Bekanntmachung im Bundesanzeiger Nr. 20 vom 29. Januar 1994 wurde es von der damaligen BPjS indiziert, was jedoch keine über die Beschlagnahmung hinausgehenden rechtlichen Auswirkungen hatte.

Die Jaguar-Version wurde am 7. Dezember 1994 vom Amtsgericht Berlin Tiergarten eingezogen (Az. 351 Gs 5509/94).

Wegen der Verbote wurde das Spiel seinerzeit nicht in Spieletests beim Namen genannt. Da es aber ständig als Maßstab für andere, frühe Ego-Shooter herangezogen wurde, wurde es meistens mit „Böser Wolf 3D“, „Wolkenheim 4D“ oder „Hundefelsen 4E“ umschrieben.

Wegen der Vorgängerspiele gab es teilweise Strafverfahren wegen der Verwendung von NS-Kennzeichen. Diese endeten teilweise mit einer Einstellung gegen Zahlung einer Geldauflage gemäß § 153a StPO, teilweise mit einem Freispruch, da es ein „antifaschistisches Computerspiel“ sei.

Das im selben Jahr wie Wolfenstein 3D veröffentlichte Prequel Spear of Destiny folgte erst 1999 auf den Index und ist nicht beschlagnahmt, obwohl in der Gestaltung keinerlei Unterschiede auszumachen sind. Zitiert aus Wikipedia http://de.wikipedia.org/wiki/Wolfenstein_3D

Bereits in den 1980ern gab es Wolfenstein:

  • 1981: Castle Wolfenstein wurde von Silas. S. Warner entwickelt und für den Apple II veröffentlicht von Muse Software.
  • 1984: Mit Beyond Castle Wolfenstein kommt die Fortsetzung zu Castle Wolfenstein für den Commodore C64 auf den Markt.
  • 1992 kam eine Fortsetzung zu Wolfenstein 3D namens Spear of Destiny auf den Markt, die aber kaum Veränderungen mit sich brachte und somit eher wie ein Add-On wirkte. Apogee wollte später ohne id Software einen echten zweiten Teil herausbringen, aus dem dann aber das Spiel Rise of the Triad wurde, das keinen Bezug mehr zu Wolfenstein hatte.
  • 1993 kam eine Portierung für Nintendos SNES auf den Markt. In dieser Umsetzung des Spiels wurden in weltweit allen Fassungen die nationalsozialistischen Symbole verfremdet und der Ablauf der Episoden vertauscht. Als finaler Boss steht einem damit der Mechameister und der Staatsmeister entgegen, welcher einen Hitler ohne Bart darstellt.
  • 1994 folgte eine Umsetzung für den Atari Jaguar, mit einigen inhaltlichen Unterschieden und bescheidenen technischen Weiterentwicklungen.
  • 2001 wurde ein modernes Remake von Wolfenstein 3D unter dem Titel Return to Castle Wolfenstein (RtCW) veröffentlicht, das aber aufgrund der großen Veränderungen in Gameplay und Grafik kaum noch etwas mit dem Vorgänger gemein hat. Auf der Basis von RtCW wurde letztendlich Wolfenstein: Enemy Territory entwickelt, ein beliebtes Multiplayer-Spiel.
  • 2002 erschien eine 1-zu-1-Umsetzung des Originals für den Game Boy Advance. Einzig die Hintergrundmusik ist nicht vorhanden.

Nach Wolfenstein 3D entwickelte id Software Doom. Im Gegensatz zu Wolfenstein 3D und Spear of Destiny benötigte Doom einen 80386-Prozessor.

2007 erschien der Film Der Goldene Nazivampir von Absam 2 – Das Geheimnis von Schloß Kottlitz, der mit Genehmigung von id Software Elemente aus Wolfenstein 3D verwendet.

  • 2008: Momentan arbeiten Raven Software und id Software an einer Fortsetzung zu Return to Castle Wolfenstein.

Außer der Reihe wurde im Rahmen des 5K Contest ein Spiel mit der Semantik von Wolfenstein 3D in Javascript geschrieben (Wolfenstein 5K), mit dem Hauptziel, den Code unterhalb von fünf Kilobyte zu halten. Zitiert aus Wikipedia http://de.wikipedia.org/wiki/Wolfenstein_3D

Heute habe ich auf Gamestar.de ein sehr interessante Diskussion sehen dürfen, ich möchte euch diese Diskussion nicht vorenthalten, deshalb hier die entsprechenden Links.

»Sündenbock Computerspiele?« - Teil 1



{ 3 } Comments

  1. Zulu | March 14, 2009 at 2:14 pm | Permalink

    Nein, aber Menschen töten in Spielen.
    Üblicherweise hat man diese Phase aber mit 7 schon hinter sich.
    Dank CS & Co geht das jetzt bis 27.

    Da kann es schon Zusammenhänge geben, denke ich.

  2. admin | March 14, 2009 at 2:49 pm | Permalink

    Hallo, ich bedanke mich für die Antwort und möchte darauf gerne Antworten.

    1. Ich bin 35, und Spiele Heute alle Arten von Spielen, ich habe wie schon erwähnt seit 1983 Computerspiele aller Art gespielt, darunter auch “Shooter”.

    2. Es gibt durchaus Menschen die mit weit über 60 oder 70 Jahren, Computerspiele Spielen, zu sagen das die Phase des Spielens mit 7 Jahren aufhört oder aufhören sollte ist somit sehr gewagt.

    3. Menschen töten in Spielen, genauso wie im Realen Leben auch, dazu muss man einfach nur die Tagesschau täglich schauen.

    Was ist nun besser? Schießen zu lernen im “Schützenverein” und so den Umgang mit Realen Waffen lerne, ist es also auch in ordnung das jemand 16 Scharfe Waffen zu hause hat, mit denen ich Real jemanden Töten kann?

    Ein Computerspiel, mit Story Spiele in dem ich ein Held bin, in dem ich nicht nur das Töten lerne. Die meisten Spiele, dürften hier in Deutschalnd, schon jetzt aufgrund der Gesetzeslage garnicht hergestellt werden.

    Das wissen die meisten Menschen garnicht!

    Darf ich Fragen, ob Sie Computerspiele nutzen?

  3. anonym | March 16, 2009 at 10:29 am | Permalink

    http://www.abload.de/img/seehofer-tote-spieleaqt6.jpg